Geburtstagstorte im Stil von Disneys Frozen

frozencake1Als kleiner Hobby-Bäcker fallen mir bei Filmen immer wieder tolle Ideen für Torten ein. Einige kann ich im Freundeskreis umsetzen, manche bleiben in meiner Ideen-Schublade liegen. Bei Kinderfilmen kann ich zum Glück immer wieder auf die Kleinen in der Familie zurückgreifen.

Es gibt aber auch Filme, bei denen der Hype so groß ist, dass ich nicht traurig bin, wenn der Kelch vorüber zieht. Meine Nichte ist fast zehn und somit wusste ich, dass eine Frozen-Torte nie gewünscht werden würde. Tja, Pech gehabt. Ich habe ja auch noch Cousinen.

Die kleine Nele steht  unendlich auf Prinzessin Anna und ich konnte natürlich nicht nein sagen, als ihre Mutti mich nach einer Geburtstagstorte fragte.

Eigentlich war nur eine kleine Torte mit Himbeer-Füllung gewünscht, manchmal kann ich mich allerdings nicht bremsen.

Wie immer ging es zunächst an das backen der Böden. Aufgrund der Stabilität habe ich mich bei der die untere Torte für Wienerböden entschieden.

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Wienerböden 2 x 20er Springform:
  • 10 Eier (M)
  • 1/2 TL Salz
  • 8 EL kaltes Wasser
  • 3 TL Vanillepaste
  • 330 g feinen Zucker
  • 400 g Mehl 550
  • 100 g Speisestärke
  • 2 Päck. Backpulver
  • 240 g Butter
Zubereitung:

Die Eier trennen und das Eiweiß mit dem Salz und dem Wasser schaumig aufschlagen. Den Zucker in zwei Portionen dazu geben. Wenn das Eiweiß beginnt steif zu werden, dürfen die Eigelb dazu gegeben werden. Nachdem sich alles zu einer schönen homogenen Masse verbunden hat die Vanillepaste zugeben und für einige Minuten bei mittlerer Stufe weiter rühren.

In der Zwischenzeit das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver in eine Schüssel sieben. Die Geschwindigkeit des Küchenhelferleins auf niedrig stellen, oder mit einem Kochlöffel weiter arbeiten. Die Mehlmischung Esslöffelweise zufügen. Die Butter in der Mikrowelle erhitzen und diese noch heiß in die Teigmasse geben.

Die Böden der Backformen mit Backpapier auslegen und den Teig in die Formen füllen.

Die Backformen dürfen nun für 20 – 25 Minuten bei 160°C (Umluft) in den Backofen.

Danach Böden auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen und bis zur Weiterverarbeitung in Klarsichtfolie einpacken und kühl lagern.

Die vorbereiteten Wienerböden habe ich jeweils in drei Etagen geteilt, da ich dünnere Böden bevorzuge. Wenn die Schichten von Creme und Boden eine gleichmäßige Schicht ergeben ist jede Torte ein perfektes Geschmackserlebnis. 🙂

Damit die Böden beim zusammensetzen wieder richtig aufeinander gesetzt werden, ist ein senkrechter Schnitt am äußeren Rand sehr hilfreich.

Für die zweite Etage habe ich Schokoladenböden mit einer Tonka-Buttercreme gewählt. 

Schokoböden 2 x 10er Backform:
  • 200 g weiche Butter
  • 200 g gesiebten Puderzucker
  • 1 Päck. Vanillezucker
  • 200 g Zartbitterschokolade
  • 8 Eier (M)
  • 200 g Mehl
  • 2 EL Kakao
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
Zubereitung:

Für die Torte wird nur eine der Springformen benötigt. Den zweiten Schokoladenkuchen habe ich für die Dekoration verwendet.

Die Zartbitterschokolade klein hacken und im Wasserbad verflüssigen. Anschließend auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mit Hilfe des Küchenhelferleins die Butter cremig rühren. Den Puderzucker und Vanillezucker zur Butter geben und schaumig schlagen. Danach die abgekühlte Schokolade einrühren. Die Eier trennen und die Eigelbe nach und nach in die Butter-Schokomasse rühren. Die Eiweisse mit einer Prise Salz schmierig schlagen. Es darf nicht zu steif werden!!! Das Mehl, den Kakao und das Backpulver in eine weitere Schüssel sieben.
Abwechselnd die Mehlmischung und den Eischnee unter die Buttermasse rühren und in eine gefettete Backform füllen.

Im vorgeheizten Backofen bei 160°C (Ober-/ Unterhitze) für ca. 45 min. backen. Stäbchenprobe nicht vergessen.

Nach dem backen sollte der Kuchen gut auskühlen und anschließend in drei Böden geteilt werden. Wie bereits bei den Wienerböden habe ich einen senkrechten Schnitt am äußeren Rand gesetzt, um eine Schieflage zu vermeiden.

Als Füllung wollte mein Cousinchen etwas mit Himbeeren. Aufgrund der Stabilität habe ich eine Buttercreme mit passierten Himbeeren gewählt.

Himbeerbuttercreme (untere Etage):
  • 3 Eier (M)
  • 125 g feiner, weißer Zucker
  • 250 g weiche Butter
  • 250 g TK Himbeeren
Zubereitung:

Am Abend vor dem Herstellen der Buttercreme unbedingt die Himbeeren in eine Schüssel mit Sieb geben. Die Himbeeren müssen vollständig aufgetaut und gut abgetropft sein.

frozencake3Die Eier mit dem Zucker unter ständigem rühren über einem heißen Wasserbad auf 50°C erhitzen. Anschließend die Creme in der Rührschüssel des Küchenhelferleins kalt schlagen. Die Himbeeren in den Mixeraufsatz des Küchenhelferleins umfüllen und für 3 – 5 Minuten pürieren. Anschließend durch ein feines Küchensieb passieren, damit keine störenden Kerne in der Buttercreme landen.

Währenddessen die Butter im Küchenhelferlein aufschlagen, bis sie eine cremige Konsistenz hat und schön weiß ist. Die Geschwindigkeit der Maschine auf niedrig stellen und Löffelweise das Himbeerpüree untermengen, bis sich eine homogene, pinkfarbene Masse ergibt. Anschließend die Butter löffelweiße mit dem Schneebesen unter die Eiercreme ziehen. Bis zur Weiterverarbeitung die Himbeerbuttercreme abgedeckt an einen kühlen Platz stellen.

!!! Nicht in den Kühlschrank stellen, da die Buttercreme sonst zu fest wird !!!

Weiter ging es mit dem Vorbereiten der Tonka-Buttercreme.

Tonka-Buttercreme (obere Etage):
  • 1 Ei (M)
  • 70 g feiner, weißer Zucker
  • 1/2 Tonka Bohne
  • 1250 g weiche Butter
  • 1 MS Pastenfarbe
Zubereitung:

Die Tonkabohne mit einer kleinen Küchenreibe fein raspeln. Die Eier mit dem Zucker und der Tonkabohne unter ständigem rühren über einem heißen Wasserbad auf 50°C erhitzen. Anschließend die Creme in der Rührschüssel des Küchenhelferleins kalt schlagen. Währenddessen die Butter im Küchenhelferlein aufschlagen, bis sie eine cremige Konsistenz hat und schön weiß ist. Nun darf die Messerspitze der Pastenfarbe zugegeben werden. Anschließend die Butter löffelweiße mit dem Schneebesen unter die Eiercreme ziehen. Bis zur Weiterverarbeitung die Buttercreme abgedeckt an einen kühlen Platz stellen.

Jedes Törtchen benötigt eine Grundlage für den Fondant. Verwendet werden kann Marmelade, Buttercreme oder Ganache. Bei den Törtchen für Nele habe ich mich für Ganache in zwei Versionen entschieden.

Vollmilch-Ganache (untere Torte):
  • 200 ml Sahne
  • 300 g  Vollmilch-Schokolade

Zubereitung:

Die Schokolade klein schneiden und in einem Wasserbad auflösen. Die Sahne zum kochen bringen. Den Topf von der Herdplatte nehmen und die flüssige Schokolade unterrühren. Mit dem Schneebesen so lange rühren, bis Sahne und Schokolade sich gut vermengt haben. Die Ganache in eine Schüssel umfüllen und für ca. 30 Minuten abkühlen lassen.

Das oberer Törtchen bekam eine weiße Ganache.

Weiße-Ganache (obere Torte):
  • 100 ml Sahne
  • 300 g  Weiße-Schokolade

Zubereitung:

Die Schokolade klein schneiden und im Wasserbad auflösen. Die Sahne zum kochen bringen. Den Topf von der Herdplatte nehmen und die flüssige Schokolade unterrühren. Mit dem Schneebesen so lange rühren, bis Sahne und Schokolade sich gut vermengt haben. Die Ganache in eine Schüssel umfüllen und für ca. 30 Minuten abkühlen lassen.

Wenn alle Komponenten vorbereitet sind geht es an den Aufbau der Torten.

frozencake24Für die untere Torte habe ich wie beschrieben die Wienerböden in je drei Schichten geschnitten, somit sind sechs Böden entstanden. Die Böden habe ich mit der Himbeerbuttercreme gefüllt. Die Torte sollte danach erst einmal für mindestens vier Stunden im Kühlschrank ruhen. Ich lasse meine Motivtorten lieber über Nacht ruhen, damit die Stabilität gewährleistet ist.

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Für die kleine Schokoladentorte habe ich aufgrund der Höhe nur in drei Böden geteilt und diese mit der Tonkabuttercreme gefüllt. Da ich noch etwas Buttercreme übrig hatte, habe ich diese auch um die Torte verteilt. Dies muss nicht sein. Mir war die Creme zu schaden zum entsorgen. 🙂

 

Am nächsten Tag darf die Ganache auf die Torten. Auf die untere Torte habe ich die Vollmilchganache in drei dünne Schichten aufgetragen und auf die obere Torte die Weißeganache ebenfalls in drei Etagen. Zwischen den Schichten sollten die Torten für mindestens 15 Minuten in den Kühlschrank zurück stellen. Danach dürfen die Torten im Kühlschrank für mindestens drei Stunden ruhen.

In der Zwischenzeit habe ich mich an die Vorbereitung der Dekoration gemacht.

frozencake13Hierzu benötigte ich den zweiten Schokoladenkuchen. Dieser wird in einer Schüssel zerbrösselt. Drei Esslöffel der Vollmilchganache in der Mikrowelle erwärmen und zu den Brösseln zugeben. Beides zu einer klebrigen Teigmasse verkneten und in kleine Kugeln rollen. Einige der Kugeln habe ich etwas flach gedrückt um Stufen zu erhalten. Für die Stufen habe ich je einen Zahnstocher in der Teigmasse befestigt. Die Dekoration darf nun für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank.

Damit das Törtchen einen Eislook erhält habe ich Icing hergestellt und die Schneebälle und Stufen damit eingekleidet.

frozencake15Eigentlich hatte ich für dieses Frozen-Törtchen extra Eiskristall-Ausstecher online bestellt. Allerdings kamen diese erst am Tag der Tortenabgabe bei mir an.

Daher musste ich auf meinen alten Ausstecher zurückgreifen. Für die Kristalle habe ich etwas Fondant mit Blütenpaste gemischt, ausgestochen und einige Stunden trocknen lassen.

Wenn die Törtchen gut durchgekühlt sind kommt der eingefärbte Fondant auf die Torten. Eingefärbt habe ich die 900 g Fondant mit 1/2 Teelöffel Pastenfarbe.

Das untere Törtchen habe ich mit einem Esslöffel Ganache auf dem Cakeboard befestigt und auf die gleiche Art das zweite Törtchen auf dem ersten fixieren.

Dieser Abschnitt des Tortenzauberns ist immer mein Highlight denn ab jetzt macht es einfach nur noch Spaß. Es geht ran an die Dekoration.

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Das Cakeboard habe ich mit etwas Icing in eine Schneelandschaft verwandelt und auch auf den Etagen eine winterliche Landschaft drapiert.

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Die Stufen platziert und die Schneebälle nach Lust&Laune verteilt. Von meinen Eiskristallen habe ich im nur drei verwendet, da die Torte ansonsten zu überladen wäre.

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Die Frozen-Spiel-Figuren hatte mein Cousinchen besorgt, da sie nicht nur die Torte schmücken sollten, sondern gleichzeitig das Geburtstagsgeschenk für Nele waren.

Die Figuren habe ich einfach mit einem Klecks Icing auf der Torte befestigt. Dadurch halten sie gut und sind mit etwas Wasser leicht zu reinigen.

Da die kleine Nele ein Fan von Prinzessin Anna ist habe ich diese natürlich an die oberste Stelle platziert.

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Für dieses Törtchen musste Elsa ihren Platz räumen und durfte es sich im unteren Bereich bequem machen.

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Um das Cakeboard etwas aufzuhübschen, habe ich den Rand mit einem Klebeband versehen.  Die restlichen Schneebälle sollten als kleiner Vorgeschmack auf die Torte sein. In einem Tütchen sind sie schnell hübsch verpackt.

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Jetzt wird es aber endlich Zeit Dir das Törtchen in voller Größe zu zeigen. 🙂 Das Törtchen hatte eine Gesamthöhe von 37 cm.

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Sicherlich mögen einige keinen Fondant, allerdings kommt es auch auf die Sorte an. Für mich ist der Fondant eher wie ein hübsches Geschenkpapier. Natürlich kann man ein Geschenk auch ohne Verpackung übergeben aber hübsch verpackt freut sich der Beschenkte doch gleich noch mehr. 😀

Nele durfte ihren ganz besonderen Tag im Kreise der Lieben feiern und hatte sogar noch ein Prinzessin Anna Kleid bekommen. Für einen ganzen Tag war sie Prinzessin Nele. <3

Wie gefällt Dir meine Kreation der „Frozen“ Torte? Was hättest Du anders gemacht?

LG deine Tanja