Eilauftrag für eine Hochzeitstorte

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Am Freitag Abend klingelte das Telefon. Eine Freundin hatte spontan die Idee ihrer Schwester zur standesamtlichen Hochzeit eine Torte zu schenken. Kein Problem! Welche Farbe hat das Kleid? Was mag sie am Liebsten in Sachen Kuchen? Namen, etc. alles notiert. Hochzeitsdatum soll auch auf die Torte. Ich notiere 08.04. Beinahe wäre mir der Stift aus den Fingern gefallen. Meine Freundin meinte, es muss nichts aufwendiges sein. Sie sollte lecker schmecken und gut aussehen. Größen-technisch kommen 25 – 30 Gäste. Vielleicht essen manche auch zwei Stückchen. Ein innerlicher Schrei, Tortenideen rauschten durch den Kopf, mein Fondant reicht nicht und ich brauche passend zum Kleid „altrosa“. Gespräch beendet. Autoschlüssel geschnappt. Zum Glück haben bei uns die Läden bis mindestens 22:00 Uhr geöffnet. Meine Gedanken kreisten immer wieder um „ein Geschenk machen“. Die Idee in meinem Kopf nahm Gestalt an. Verschieden Große Torten als Geschenkpäckchen!

JpegWieder zu Hause ging es ran ans Kuchenbacken. Nach meinem Lieblings Biskuitteig backte ich insgesamt fünf Kuchen und nebenher noch fix zwei mal Fondant angerührt. Ohne mein Küchenhelferlein wäre ich aufgeschmissen gewesen. Das Bett rief mich als der Mond selbst schon müde wurde. Nach einem kurzen Nickerchen ging es gleich weiter.

Nach meinem „Guten Morgen“-Kaffee stellte ich zunächst die Ganache einmal aus weißer Schokolade und einmal aus Vollmilch-Schokolade her. Da ich dies inzwischen im Schlaf kann, konnte ich gleich weiter zu den Biskuitböden. Erstmal alle Tortenböden zuschneiden. Vier kleine Rechtecke, rund einmal ausgehöhlt und die große Rechtecke in je zwei Etagen. So lange die Ganache abkühlte ging es gleich weiter an die Fruchtfüllung. Erdbeeren und Aprikosen zur Weiterverarbeitung vorbereitet. Die Grundtorten mit Frucht und Ganache geschichtet und zum abkühlen rausgestellt. In die runde Torte wollte ich eine Erdbeer-Mascapone-Creme füllen. Diese kurz vorbereitet und den Tortenboden in einen Tortenring geben. Füllung rein, Tortendeckel oben drauf und zu den anderen Torten zum fest werden rausstellen. Kurze Verschnaufpause und weiter ging es mit dem Fondant in „altrosa“. Blüten! Ich brauche unzählige Blüten bei dieser Tortengröße.

2013-04-07 17.29.33Dachte ich zu diesem Zeitpunkt 😉 Ich hatte bisher ja noch keine Torte in dieser Größe und für solch einen Anlass gemacht. Lieber zwei Blüten zu viel als zu wenig haben. Zwischendurch kurze Fondantpause und die Torten mit weißer / Vollmilch-Ganache bezogen, damit sie bis morgen genügend Zeit zum aushärten haben. Da ich die Torten als Geschenke drapieren wollte, benötigte ich Schleifen. Vier Pakete somit auch vier Schleifen mit Dekoband etc. Damit das Band aber nicht zu langweilig wird noch ein paar weiße Blüten dazu.

Sonntag morgen hüpfte ich aus dem Bett! Die Zeit läuft. In 12 Stunden wird die Torte abgeholt. Noch vor der Tasse Kaffee ging ich meine Fondant Accessoires durch. Einige Blüten waren zu dünn und etwas rissig  geworden. Also habe ich gleich nochmals welche gemacht. Die Namen des Brautpaares musste ich auch noch fix machen.

JpegNun hieß es sich an den weißen Fondant wagen und die Torten beziehen.Da ich so etwas erst einmal gemacht hatte und dies aber nicht für einen solch wichtigen Termin, war es mir natürlich doch sehr mulmig im Magen. Ich habe mit den kleinen Torten begonnen. Zur Verzierung habe ich die eine mit Imprint Mat und die runde Torte mit einem Rauten-Muster versehen. In die Rauten-Torte habe ich an jeder Ecke der Rauten noch kleine altrosafarbenen Perlen aus Zucker gesetzt.

Die Großen Torten gingen genauso einfach mit dem Fondant zu beziehen. Mein Mann hatte mich moralisch unterstützt. 😉 Zum Abschluss folgte die schönste aller Arbeiten: das Dekorieren der Torte.

JpegIch versammelte alle hergestellten Zutaten auf dem Esstisch und bewaffnete mich mit dem Lebensmittelkleber. Hier eine Blüte dort ein Band und bis ich mich versah waren die Torten fertig dekoriert. Mein Mann musste mich stoppen. Ich wäre fast in einen Dekorier-Rausch verfallen. 😉

Punkt 18:30 Uhr waren die Torten abholbereit und kurz nach halb klingelte es auch schon an der Wohnungstüre. Stolz wie Oskar mit einer Träne im Auge schaute ich meinem Mann nach wie er „mein“ Wedding-Cake-Baby in das Auto der Auftraggeberin brachte.

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Vielleicht ist es Euch aufgefallen? Die Torten haben keine Schleifen. Tja, die hatten leider keinen Platz mehr 😉

Die Schwester der Braut hat mich gleich informiert, dass die Torte „megaaa lecker“ war und hat mir ein Foto des glücklichen Paares zukommen lassen. *hach* Bin immer noch ganz happy das mein erster Auftrag so gelungen ist.

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