Frauenschenkel – Zwei Schwestern, Sekt und Chaos in der Küche

Meine kleine Schwester war zu Besuch und wollte dass wir endlich mal wieder eine Koch- Session machen. Da bin ich doch immer dabei. Quatschen, gaggern und nebenbei was köstliches zaubern. Dafür haben wir leider immer viel zu wenig Zeit! Unsere Männer sehen das immer gerne, da sie wissen es gibt nicht nur köstliches sondern auch meistens mehrere Gänge. Denn schon in der Vorbereitung finden sich viele Zettel und Kochbücher mit Notizen auf dem Tisch. 🙂

Den Männern ist dies egal, Hauptsache es steht Fleisch auf der Karte. Sie lieben Fleisch in jeglicher Form nur gut muss es sein. Wenn das Ganze dann noch einen schönen Namen trägt testen sie gerne internationale Gerichte. Daher hatte ich ihnen in diesem Fall lediglich gesagt es gäbe „Frauenschenkel“. 🙂 Junior war kurz am mäckern da er dachte es handelt sich um Hähnchen und damit kann man ihn leider nicht an den Tisch locken. Um so mehr war die Begeisterung als er die zarten Köfte auf der Platte sah.

Zutaten für sechs Personen:
Zubereitung:

Für die Frauenschenkel muss man in zwei Etappen kochen. Was genügend Zeit zum quatschen und Sekt trinken gibt. 🙂

Als erstes sollte der Reis gekocht werden. Für ein türkisches Gericht empfehle ich Pilaw Reis. Es kann aber jeder Handelsübliche, lose, Rundkornreis verwendet werden. Dafür einen Topf auf mittlerer Stufe erwärmen. Wenn der Boden heiß ist dürfen der Reis und die Chiliflocken dazu gegeben werden. Die Zutaten immer leicht im Topf bewegen, denn der Reis soll geröstet werden und nicht anbrennen. Wenn das Reis-Arome durch die Küche wabert, dürfen 180ml heißes Wasser dazu gegeben werden. Unbedingt weiter rühren denn es fängt sofort an zu spritzen. VORSICHT HEISS! Den Reis im Wasser zwei – drei Mal rühren, danach darf das Salz dazu gegeben werden. Noch einmal aufkochen lassen, Deckel drauf und von der Herdplatte nehmen. Der Reis kann nun in aller Ruhe ziehen und vor allem auskühlen.

Als nächstes geht es an das Hackfleisch. Denn auch dies sollte bis zur Weiterverarbeitung gut ausgekühlt sein.

Die Zwiebeln und den Knoblauch klein hacken und in einer Pfanne glasig dünsten. Da ich eine Aluguss Pfanne verwende benötige ich kein Öl oder Fett. Die Hälfte des Hackfleisches darf in der Zwischenzeit mit Chiliflocken, Hackfleischgewürz, rosa Pfeffer und Salz gewürzt werden. Je nach Geschmack darf natürlich auch etwas mehr Chili dazu gegeben werden. Das Hackfleisch darf nun zu den glasigen Zwiebeln in die Pfanne und gut angebraten werden. Die Hälfte der Petersilie fein hacken und zum Schluss dazu geben. Das angebratene Hackfleisch darf nun bis zur Weiterverarbeitung gut abkühlen.

Zum Glück. Es wurde wieder Zeit für ein Glas Sekt. 🙂

Die restliche Petersilie klein hacken und den Kasar fein reiben. Kasar findet man in fast jedem größeren Supermarkt oder im türkischen Lebensmittelgeschäft.

Nach dem alles gut ausgekühlt war, haben wir die größte Schüssel aus dem Schrank genommen. Denn jetzt dürfen alle Zutaten zusammen kommen. Das rohe Hackfleisch, das angebratene Hackfleisch, den gekochten Reis, die restliche Petersilie und den geriebenen Kasar in die Schüssel geben. Dazu noch zwei Eier als Bindemittel und die restlichen Gewürze. Alle Zutaten gut mit einander vermischen und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen damit sich alles gut verbindet.

Jetzt ist wieder Zeit für ein Glas Sekt – Nein wir haben uns um den Nachtisch gekümmert. 🙂

Zum Schluss wird es noch einmal ordentlich chaotisch in der Küche.

Tipp: Wer es genauso wenig wie ich leiden kann, dass Teig zwischen den Fingern klebt sollte ab jetzt Handschuhe anziehen.

Leider haben wir von diesem Abschnitt keine Fotos gemacht da wir zu sehr mit dem Chaos und gegagger beschäftigt waren. Sorry 🙂

In einer Schüssel die Paniermehl-Mehl-Mischung vermengen und in einer zweiten Schüssel die Eier aufschlagen. Mit einem Esslöffel eine kleine Portionen in etwa der Größe eines Eies von der Masse abstechen und in die angefeuchtete Hand nehmen. Aus der Mischung eine flache Frikadelle formen und auf einem mit Klarsichfolie ausgelegten großen Teller zwischen lagern.

Die Pfanne auf dem Herd richtig heiß werden lassen.

Wenn die Hack-Mischung geformt ist geht es ans panieren. Dafür jedes Köfte zunächst in der Paniermehl-Mehl-Mischung wenden und anschließend noch einmal in der verquirlten Eiermasse  wenden. Danach dürfen die Frauenschenkel in der heißen Pfanne goldgelb gebraten werden.

Anschließend braucht die Küche eine Reinigung aber es lohnt sich wirklich. 😀

Dazu haben wir einen Feldsalat mit leichtem Kräuterdressing und einen Quark-Dip serviert. Für den Dip einfach 250g Magerquark mit zwei Teelöffel Ankerkraut Papatas Bravas untermischen. Mehr Beilage benötigen die luftig, leckeren Frauenschenkel nicht.

Das Originalrezept hatte meine Schwester bei Kochdichtürkisch entdeckt. Die Rezepte sind wirklich toll, die Anleitungen leicht verständlich und die Tipps sehr hilfreich. Vorbeischauen lohnt sich definitiv!!!