Die Tardis aus Dr. Who als Nachttisch zu X-Mas

Tardis Griffe und Beschriftung

Bericht vom Gastblogger aka Ehemann Mike 🙂

Jedes Jahr sitzen wir doch alle vor dem selben Problem und überlegen uns, was wir unseren liebsten zu Weihnachten schenken können. In unserem Nerd-Haushalt ist diese Frage zwar nicht allzu kompliziert, weil man sich einfach den Amazon-Wunschzettel der jeweiligen Person anschaut, aber immer nur ein Technik-Gadget verschenken ist auch langweilig.

Ebenfalls jedes Jahr überkommt mich eine kleine Bastelphase, in der ich mich vom Büro-Alltagsstress ein wenig abkapsle und versuche irgendetwas zu schreinern oder sonst etwas handwerkliches herzustellen. Das war mal ein Katzenturm, ein eingepasstes Küchenregal oder ein Wohnzimmertisch. Dieses Jahr war eigentlich ein größeres Hochbeet inkl. Sichtschutz für unsere Wasserfässer geplant. Aber da kamen im Sommerurlaub der Hamburg– und IFA-Trip dazwischen und somit ist das vorerst für nächstes Jahr aufgeschoben. 🙂

Foto: Wikipedia
Foto: Wikipedia

Zurück zum Thema: Etwas nerdiges sollte es werden und unser „Junior“ fährt absolut auf die Serie Dr. Who (Amazon Link Staffel 1&2) ab, welche schon seit gut 50 Jahren im TV läuft. In dieser Serie ist eine der Hauptprotagonisten eine Telefonzelle, genannt Tardis, welche in der Serie eine Zeitmaschine ist. Da der Junior zur Volljährigkeit endlich eine neue Zimmereinrichtung mit Schrank, Schreibtisch und Bett erhalten hatte, fehlte noch ein Nachttisch. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen und eine Tardis als Nachttisch umsetzen. Für den kleinen Nerd in ihm wollte ich direkt noch eine Beleuchtung und eine QI-Ladestation einbauen.

Kurze Erklärung zu QI: QI ist eine Technik, welche oft in aktuellen Handys verbaut wird, um die Handys kabellos aufladen zu können. Dazu ist eine Spule in der Rückseite des Handys oder eben im Akkudeckel verbaut, welche dann mit einem passenden Gegenstück durch auflegen den Akku aufladen kann.

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Die Vorbereitung bestand aus einer ausgiebigen Google-Bildersuche und ein bisschen stöbern in Youtube. Dort fand ich einige Bilder und auch Videos, in denen sich Fans eine Tardis in Originalgröße gebaut haben. Das brachte mir bei einer geplanten Größe von 50 cm aber im Grunde nur ein wenig Inspiration und so musste ich letztendlich doch manuell planen und Zettel und Stift bemühen.

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Um ein großes Problem vorweg zu nehmen – ich bin Laie und kein gelernter Schreiner etc. und somit habe ich beispielsweise mit Vierkanthölzern mit 4cm x 4cm geplant. Im Bauhaus gab es dann aber nur 3,5cm x 3,5cm oder 4,5cm x 4,5cm. und auch die kleinen Latten für die Seitenverkleidung waren nicht 1cm breit, sondern 0,8cm. Somit war meine ganze Planung im Grunde am A*censored* 🙂 Nachdem ich aber ja sowieso selbst am planen war und keine Vorlage hatte, musste ich eben Improvisieren. Das ist aber auch der Grund, warum ich euch keinen genauen Plan zum nachbasteln anbieten kann.

Bei IKEA gibt es übrigens die QI-Ladestation (Jyssen) , für die lediglich ein Loch in den Deckel gebohrt werden musste und auch die passenden LED-Leuchtleisten, um die Tardis nachher auch als Nachttisch nutzen zu können. Von der LED-Leiste hatte ich übrigens nur 2 der vier Teile genommen. Selbst das ist vielleicht schon zu hell. Aber das liegt am Ende am jeweiligen Geschmack.

Auf dem Einkaufszettel:

  • Vierkanthölzer (45×45 damit alles auch schön stabil wird)
  • Kleine Holzlatten für die Türverkleidung und noch etwas kleiner für die Fenster
  • Holzlack in blau und weiß für die Tardis selbst und die Fensterrahmen
  • Plexiglas
  • Fichtenholz für die Tür und die Wände
  • Scharniere
  • Türmagnet
  • Türgriffe
  • Holzdübel
  • Expressleim

Verwendetes Werkzeug:

  • Akkubohrer
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Stichsäge
  • Dreiecksschleifer bzw. Schleifpapier
  • Pinsel
  • (Express)leim
  • Heißklebepistole
  • Schraubenzieher für die filigranen Teile (Scharnier, Türmagnet)
  • Raspel bzw. Feile

Los geht’s:

Der Plan war eine Bodenplatte und darauf 1cm runderherum kleiner noch eine Platte drauf. Auf diese sollten dann in alle vier Ecken die Vierkanthölzer mittels der Holzdübel geleimt werden. Ich habe mich zu 99 Prozent auf Holzdübel eingerichtet, da ich nicht wollte, dass später irgendwo Schrauben zu sehen waren, oder ich selbige hätte überlackieren / abdecken müssen.

Da ich nicht gerade der Meister der geraden Schnitte mit der Stichsäge bin, habe ich mich für die Kapp- und Gehrungssäge entschieden. Es gab einiges zu tun. Auch das Policebox-Schild sollte mit den kleinen Latten umrahmt werden und insgesamt etwas größer als die Seitenteile werden, damit es oben mit den Rahmen, also den Vierkanthölzern verdübelt werden konnte. Durch die verdübelten Policebox-Schilder oben und die verdübelten Vierkanthölzer unten in den Bodenplatten war der Rahmen schon einmal super stabil.

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Für die Aufschrift hatte ich Avery-Etiketten genommen, welche ich einfach mit dem Laserdrucker bedruckt hatte. Wie sich herausstellte klebten die Etiketten auch prima auf dem lackierten Holz, sonst wäre der Plan B gewesen darunter eine Plexiglasplatte auf das Holz zu verleimen und das Etikett darauf zu kleben. Nachdem die Policebox-Rahmen also gesägt waren, konnte ich zum ersten mal eine Seite zurechtlegen und schauen, ob meine Improvisation so überhaupt funktionierte.

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Das schaute doch recht gut aus! Mir ist nach diesem Schritt wirklich ein großer Stein vom Herzen gefallen, da ich mir dank der ganzen neuen Maße nicht mehr so richtig sicher war, alles korrekt umgerechnet zu haben. Nun musste also das selbe nur noch drei weitere male gesägt werden und am besten schon einmal nebenher die erste Fuhre Fensterrahmen weiß lackieren…

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Am schlimmsten waren an dem ganzen Projekt die Fensterrahmen. Die Mini-Latten mussten stellenweise nur 3cm lang sein. Das war natürlich für die Kapp- und Gehrungssäge zu filigran und ich musste doch wieder mit der Stichsäge ran und mit dem Dreiecksschleifer nacharbeiten. Am Ende sollte alles passen, aber es beanspruchte unglaublich viel Zeit. Weiter ging es also mit dem Zusammenleimen und lackieren der einzelnen Teile.

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Als Fenster wurde Plexiglas mit der Stichsäge zurecht geschnitten und mit einer Heißklebepistole verklebt. Vorher musste das Plexiglas noch mit  400er oder 600er Schleifpapier milchig geschliffen werden. Ok, ich gebe es zu – die Fenster hab ich während der Bauzeit 3mal entfernt und wieder verklebt. Einmal um anschließend Farb- und Kleberreste drauf festzustellen, dann ohne den Milchglas-Effekt und letztendlich mit geschliffenem Milchglas, weil es von innen beleuchtet einfach besser aussieht und die orig. Tardis auch eine Art Milchglas hat.

Nun mussten noch die Türgriffe, Scharniere und die entsprechende Beschilderung angebracht werden. Da in meinem Fall die ganze Tür zwischen den beiden Vierkanthölzern nur 20cm breit war, habe ich mich dafür entschieden, dass die Griffe nur der Optik wegen beide in der Mitte angebracht werden. Geöffnet wird durch die Griffe aber die komplette Tür. Die goldenen Scharniere wurden teilweise auch mit dem blauen Lack bestrichen, damit sie sich nicht so von dem schönen blau abheben.

 

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Zu guter Letzt musste der Tardis noch die Elektrik verpasst werden. Da ich ausgerechnet jetzt meine Lochfräse nicht finden konnte, musste ich das Loch für die QI-Station mit der Stichsäge raussägen. Das schaut von unten wild aus, von der Außenseite ist aber alles perfekt, da die QI-Station eine kleine Blende rundherum hat und diese meine nicht ganz perfekt runde Aussparung abdeckt. Die LED-Leisten sind mit dem beiliegenden Klebeband befestigt und um wenige Zentimeter gekürzt, da sie in der orig. Länge nicht reingepasst haben.

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Anschließend habe ich die Kabel links mit einem kleinen Kabelkanal in der Tardis nach unten verlegt und dort die Kabel durch ein Loch nach draußen geführt. so kann man den Strom an eine Steckdose mit Kippschalter anstöpseln und brav ausschalten, wenn man ihn nicht benötigt.

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Alles in allem bin ich super stolz, wie gut die Tardis am Ende aussieht. Da die Tardis ja ein Weihnachtsgeschenk sein sollte, musste sie im Grunde innerhalb einer Woche immer nach der Arbeit fertig gestellt werden, da der Junior eine Woche in einer Schulung in München war. Es folgt noch ein Foto der fertigen Tardis mit aufgelegtem Handy auf die QI-Ladestation. Die Station fungiert ausgezogen sozusagen optisch als Leuchten-Ersatz den orig. Tardis oben noch auf dem Deckel hat und kann natürlich auch mittels Mechanismus flach in den Deckel reingefahren werden. Vorteil dieses Gadgets ist es, dass die QI-Station ausgefahren auch noch einen USB-Anschluss beherbergt, um Handys oder dergleichen ohne QI aufladen zu können.

Jetzt ist es aber wieder für eine Weile genug mit Werkeln. Nächstes Jahr geht es weiter…

Ich wünsche frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr allerseits!2015-11-28 11.00.33